Geheimnisse der Erdenwelt: Im Gespräch mit C. Gina Riot | Sarah Lutter
#MehrUnfug unter neuer Leitung: Im Gespräch mit Ines Zimzinski und Ingrid Pointecker | Christoph Grimm
Von Wölfen und (literarischen) Verwandlungen: Wolfsprinzessin von Elisa Miller | Anna Eichenbach
Unter dem Eis: Zum hundersten Geburtstag des tschechischen Autors Josef Nesvadba | Christoph Heiden
Lese-Log: Die Highlights der Redaktion | Sarah Lutter & Christoph Grimm
Weltenportal Comix | Maximilian Wust
[Image source: genAI, Flux.2 Pro]
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Kommentar zum Heft:
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Kurzeindrücke zu den einzelnen Geschichten:
Die Brücke von Denise Fiedler
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Allein mit sich, ohne Orientierung und Zeitgefühl auf einem endlosen Übergang inmitten einer unwirtlich-lebensfeindlichen Zwischenwelt umgeben von einem stürmischen, grenzenlosen Meer.
Kein besonders kuscheliger Plot, dennoch schafft Denise Fiedler die Gratwanderung zwischen sehr einprägsam umschriebenen Allegorien wie dem Meer, der Brücke, dem Sturm und auch zwei Fischen die Komplexität ihrer kreierten Welt einer mystischen Dualität zu erzählen: Die Dualität zweier Männer, von Ebbe und Flut, von links und rechts, von Anfang und Ende, eingebettet in einen ewigen Kreislauf, aus dem es kein Entrinnen gibt. Sie versteht es, die qualvolle Ausweglosigkeit des Protagonisten, die an mittelalterliche Jenseitsdarstellungen à la Tractatus de Purgatorio Sancti Patricii erinnert in eine Art kosmisches Gleichgewicht zu verwandeln, deren Ursprung zwar ungeklärt bleibt, aber Raum für zahlreiche Interpretationen bietet.
Die Frau mit der Augenbinde von Andreas Eschbach
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Die Augen eines Menschen, so sagt man, sind die Fenster in seine/ihre Seele. Im Grunde eine schöne Vorstellung, vor allem wenn es sich um die Augen einer außergewöhnlich schönen und charismatischen Person in einem prachtvollen Palastturm handelt.
In Andreas Eschbachs Kurzgeschichte sind die besagten Augen die einer wunderschönen Frau im Palast der Stadt Galrath. Jedoch hat die Sache einen Haken: Ihre Augen hat noch nie jemand gesehen, denn sie sind ununterbrochen von einer Augenbinde bedeckt. Der Grund dafür ist nicht bekannt, doch unfreiwillig scheint sie sich des Augenlichts nicht beraubt zu haben. So verwundert es wenig, dass sich sich die Bewohner_innen von Galrath zahlreiche Theorien zu der namenlosen Frau mit der Augenbinde erdacht haben, von der keine je verifiziert worden ist … bis zu dem Tag, als das feindliche Heer der Illuvier vor den Toren der Stadt stand…
Adwoa tanzt von Esther Geißlinger
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Wenn es etwas gibt, das man in heiklen Situationen so gar nicht gebrauchen kann, dann ist das toxische Männlichkeit. So manches testosterongesteuerte Exemplar meines Geschlechts kann es einfach nicht ertragen, nicht das Sagen zu haben oder sich mit anderen abstimmen zu müssen, um in einer Krise einen Kompromiss zu finden. Und das Problem in solchen Situationen ist, dass nicht nur das Alpha-Männchen auf Ego-Tour die Konsequenzen zu tragen hat, sondern meistens die ganze Gruppe oder sogar noch wesentlich mehr.
Esther Geißlinger lässt einen vielversprechend beginnenden Erstkontakt auf einem extrasolaren Planeten durch ein solches Erst-Schießen-Dann-Fragen-Exemplar dermaßen eskalieren, dass die komplette Expeditions-Crew kurz vor der Auslöschung steht, es sei denn, die Exo-Biologin hat die „Sprache“ der autochthonen Spezies einigermaßen passabel erlernt.
Merke: Schicke keine hirnlosen Machos auf Weltraummissionen.
Xeh! Xeh! von Sarah Lutter
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Bei manchen läuft’s nicht so wirklich rund und trotz aller Bemühungen scheint einem nichts zu gelingen. So geht es nicht nur Menschen, sondern auch magischen Wesen, wie z.B. Hexen. Siri ist so ein leidgeplagtes Exemplar umd während andere Hexen beständig besser werden und im Laufe der Jahre ihre Hexenkunst immer weiter entwickeln, misslingt Siri so gut wie jeder Zauber. Nach einem demütigenden Treffen im Hexenfamilienkreis fasst sie den Entschluss, sich von der Guten Fee befreien zu lassen. Da ich mit der Hexenkultur nicht vertraut bin, gehe ich davon aus, dass es sich hierbei um das Entziehen jeglicher magischer Fähigkeiten geht. Ein drastischer Schritt, aber Siri leidet bereits zu lange, als dass sie so weitermachen könnte.
Doch, wie das eben bei Hexen so ist, die sich in der Nähe von sehr mächtigen magischen Wesen aufhalten, kommt es beim Lesen eines alten Buches so ganz anders als geplant.
Eine schöne Hexen-Heldinnenreise von Sarah Lutter, die einen daran erinnern soll, nie den Glauben an sich und seine Fähigkeiten aufzugeben.