Eine bezaubernde Kurzgeschichte über die magischen Mechanismen, die unsere Welt entstehen lassen und sie erhalten.
Sina Lienemann erzählt die Geschichte einer frisch in die Selbstständigkeit eintauchenden Uhrmacherin bei einem ihrer ersten Aufträge. Doch ein winziger Schreibfehler in ihrer Annonce, über die sie auf ihr Gewerbe aufmerksam gemacht hat, bringt sie an den unwahrscheinlichsten Ort in einer winzigen Waldhütte. Dort angekommen wird sie von Donnerstag (also zum damaligen Zeitpunkt😉) mit der Reparatur DES Urwerks betraut, das für im engeren und weiteren Wortsinn ALLES verantwortlich ist.
Zauberhaft geschrieben, werden die Lesenden in eine Welt gezogen, in der das Glück und der Zufall der Kitt für die unwahrscheinlichsten Reparaturen sind.
KI’s sind ja bereits ziemlich bekannt dafür, dass sie das Potential haben, die Welt und den ganzen Rest in den Lokus zu spülen. Zumeist begründen dies Wissenschaftler_innen, IT-Expert_innen, Science-Fiction-Autor_innen und Hobby-Dystopist_innen mit der im Vergleich zur Spezies Mensch überproportional höheren Intelligenz, die die AGI dazu veranlasst die Menschheit als Konkurrenz zu sehen, sie aufgrund dessen kontrollieren oder sie gleich eliminieren zu wollen. Doch es wäre viel zu kurz gedacht, würden wir so hochkomplexe und nicht mehr wirklich nachvollziehbare Systeme auf eine oder wenige Eigenschaften reduzieren. Schließlich wurden sie von Menschen programmiert und mit menschlichen Erzeugnissen trainiert. So ist nur plausibel, wenn KI’s die ganze Palette menschlicher Verhaltensweisen in sich tragen und diese in unterschiedlicher Intensität „ausleben“.
Thomas Heidemann entscheidet sich in seiner Kurzgeschichte für zwei dominante Eigenschaften seiner KI: Flexiblität in der Auslegung orthografischer Korrektheit und auch der Wahrheit und … Humor! Es ist also durchaus absehbar, dass das in einem Chaos enden muss.
Merke: Unterschätze niemals eine witzig sein wollende KI.
Klonkrieger vs. Clownkrieger … da kann man schon mal durcheinanderkommen, besonders wenn man in starkem Dialekt spricht. Dumm nur, wenn man das auf einem Anforderungsformular für eine ganze Armee verwechselt.
Allerdings sollte man nicht zu leichtfertig vermuten, dass eine Armee aus Clowns eine harmlose und lustige Truppe ist. Spätestens seit Stephen Kings ‚Es‘, das mich nachhaltig traumatisiert und für immer meine Haltung gegenüber diesen überschminkten Brechstangenhumoristen geprägt hat, wissen wir, dass es nur wenig Furchteinflößenderes gibt. Insofern könnte sich militärisch gesehen dieser kleine Fehler in dieser Geschichte schlussendlich als Glücksfall herausstellen.
Eine witzig-bizarre Fantasy-Kurzgeschichte von T. S. Orgel, in der man offen für eher genreuntypische Elemente sein sollte.
Wie eine ungenau gelesene Job-Anzeige zu einer außergewöhnlichen interstellaren Reise, einer unerwarteten Freundschaft, einer unwahrscheinlichen Rettung und letztendlich vielleicht auch zum ersehnten neuen Job führt. Eine turbulente magische Quest-Kurzgeschichte von Kiàn KoWananga, bei der ein kleiner Lesefehler zu riesigen Effekten führt.
L’arte di vivere. Die Kuhnst des Lebens
von Frederik Elting
[Image source: genAI, Flux.2 Pro
Alles Glück der Erde soll nach altem Volksglauben auf dem Rücken von Pferden liegen. Doch wer sich darum kümmern muss, sich und andere zu versorgen, weiß, dass eine Kuh viel eher etwas mit Glück und gutem Leben zu tun hat. In einer italienischen Berglandschaft, wo Landflucht schon gar nicht mehr so heißt, weil niemand mehr zum Flüchten da ist, wünscht sich ein Kuhbauer das fröhliche Dorfleben von einst zurück. Als ihm aber dieser Wunsch gewährt wird, muss er schmerzlich erkennen, dass das Glück nach Regeln funktioniert, die es zu beherzigen gilt.
Eine schöne Parabel über Verantwortung , Fürsorge und Zusammenhalt, bei der das Glück nicht im Euter einer Kuh oder im Inneren eines Schrankes zu finden ist, sondern in der Gemeinschaft.