Mustererkennung. Das ist im Grunde nichts wirklich Neues. Undefinierte Signale einer noch unbekannter Systematik zuordnen. Klingt für die meisten eher unspannend oder gar langweilig. Gibt man allerdings konkrete Anwendungsfälle hinzu, wie zum Beispiel Bilderkennung, Weltraumstrahlung oder Tierlaute, wird schnell klar, was für abenteuerliche Möglichkeiten sich dahinter verbergen. Großrechner unterschiedlicher Einrichtungen zahlreicher wissenschaftlicher Disziplinen geben seit Jahrzehnten ihr Bestes, um hinter die Muster zu Gesetzmäßigkeiten oder einem Sinn zu gelangen. Mit der disruptiven Technologie der künstlichen Intelligenz im Allgemeinen und im Speziellen erhöht sich die Geschwindigkeit auf der Jagd nach Lösungen. Außerirdische Technologie oder die Entschlüsselung von Tiersprachen könnte kurz vor ihrer Entdeckung stehen.
Sabine Frambach wendet sich in ihrer Plantpunk-Kurzgeschichte etwas viel Unscheinbarerem zu, das sich bislang in völliger Stille abspielte und doch allgegenwärtig und für sich gesehen unfassbar disruptiv wäre: der Kommunikation von Pflanzen untereinander. Nicht nur die Signalübermittlung innerhalb eines pflanzlichen Organismus … nein, es geht um die Sprache zwischen vegetabilen Individuen. Auch wenn es in einer hoch technologisierten und auf Effizienz getrimmten Welt, die mehr im Digitalen als im Analogen stattfindet, keinen Platz mehr für natürliche Prozesse gibt, kämpft eine Wissenschaftlerin dafür, dass Pflanzen wie Alfie gehört werden und damit eine Stimme bekommen. Dumm nur, dass die meisten Menschen verlernt haben zuzuhören. Doch es gibt Hoffung. Da sind noch andere, die nahezu intuitiv ein Verständnis für die Worte von Alfie und die wir bislang nicht einkalkuliert haben.
Ein wunderschöner Auftakt der Planthologie von Birgit Schwäbe und Ingrid Pointecker in der eine Lupine namens Alfie die Hauptfigur spielt, ohne dass man sie wirklich vorgestellt bekommen muss. Einfühlsam, visionär und hoffnungsvoll.