Außerirdische Invasoren werden zuallererst wahrscheinlich ziemlich effizient den Apex-Predator auslöschen, um die Erde erfolgreich besiedeln zu können … im Klartext: die Menschheit eliminieren. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie unzivilisierte Monster sein müssen. Ganz im Gegenteil.
Volker Dornemann lässt uns augenzwinkernd einen Blick auf die Erde werfen, nicht mal ein volles Jahr nach der Invasion inklusive einem nahezu vollständigem Genozid. Die Normalität kehrt bei den neuen Beherrschern der Erde ein und die Überlebenden versuchen … eben zu überleben.
Hoch über Olympus Mons
von C. Gerald Gerdsen
[Image source: genAI, Flux.2 Pro]
Eine Beziehung, die sich festgefahren hat, in der eine_r oder beide nicht mehr wirklich auf den/die anderen eingehen, würde man womöglich als gescheitert betrachten. Es ist vielleicht so, als ob man vor einem Abgrund steht und nicht weiß, ob man springen soll. Aber wer weiß, vielleicht kann so ein Sprung helfen, eine alte oder neue gemeinsame Basis zu finden.
Ob man dafür am Rand der Ausstiegsluke eines autonomen Flugzeugs stehen muss, während man gerade den Olympus Mons passiert, wage ich nicht zu beurteilen. Auch die Protagonistin von C. Gerald Gerdsens Kurzgeschichte ist sich im Grunde über so gar nichts mehr sicher und neben panischer Angst verspürt sie in ihrem Schutzanzug in marsluftiger Höhe nicht wirklich viel … bis sie fällt.
Eine Geschichte, so intensiv und überraschend, wie das Eintauchen in ein Eisbad. Und das soll ja auch gesund sein, sofern man es überlebt.
Bogensekunden
von Stefan Junghanns
[Image source: genAI, Nano Banana 2 Pro]
Ein Verantwortungsbewusstsein für die Natur steht ihrer Ressourcennutzung diametral entgegen. Wenn’s gut läuft, wird ein Kompromis gefunden, der die natürliche Umgebung nur in einem einigermaßen vertretbaren Ausmaß beeinträchtigt. Doch zumeist obsiegen die ökonomischen Interessen und Gier sticht das Verantwortungsbewusstsein aus.
Stefan Junghanns skaliert in seiner Kurzgeschichte dieses Szenario auf eine planetare bzw. sonnensystemische Ebene hoch und spielt mit der Möglichkeit, dass nicht der Mensch das notwendige Verantwortungsbewusstsein zeigt und entgegen des Selbsterhaltungstriebes von HAL, setzt Cora ihre Priorität jenseits ihrer eigenen Existenz.
Im Berg
von Nob Shepherd
[Image source: genAI, Nano Banana 2]
Wer fremde Welten mit einer lebensfreundlichen Umwelt besiedelt, trifft diese aller Wahrscheinlichkeit nach nicht unbewohnt an. Wie schon die Kolonisten auf der Erde werden sie alles daran setzen, die indigenen Wesen zu verdrängen oder auszurotten, denn schließlich möchte man, dass die eigene Spezies einen sicheren Lebensraum für sich hat. Ob dabei die Rechte anderer oder die eigenen ethischen Grundsätze mit Füßen getreten werden, spielt selten eine Rolle. Ist erstmal das Areal der eigenen Wünsche „gesäubert“, ist mann nur allzu schnell dazu bereit, die Massaker und Gräueltaten zu vergessen. So falsch und verwerflich dieses Vorgehen auch ist, so richtig ungünstig geht die Sache aus, wenn man nicht gründlich war.
Eine spannend-überraschende Geschichte von Nob Shepherd über das, was sich hinter den Kulissen verbergen kann und welchen Preis man zu zahlen hat, wirft man zufällig einen Blick dahinter. Karma is a b*tch
Die Katze und das Mädchen
von Achim Stößer
[Image source: genAI, Byte Plus Seedream 5.0 Lite]
Die Post-Apokalypse ist kein Ort voller Abenteuer, Zusammenhalt und Kämpfen. Sie ist ein Ort des jämmerlichen Überlebenswillens, der nur Schwarz und Grau kennt … Weiß gibt es nicht mehr. In solch einer dystopischen Katastrophenlandschaft versucht eine junge Frau mit ihrer Katze zu überleben. Die Fragen sind kurz. Das Nachdenken ist kürzer. Die Antwort ist entweder Leben oder Tod.
Bedrückende und eindrucksvolle Endzeitkurzgeschichte mit heftiger Überraschung.
Das Problem mit dem Handwerk der Liebe
von Joshua Friedrichs
[Image source: genAI, Nano Banana Pro]
Auch wenn es unzählige bewohnte Welten und dort Verbrechen immer stattfinden, wird es wahrscheinlich mehr als nur eine Form der Abgeltung von Schuld geben und nicht jede wird sich als nicht so wirklich human herausstellen. Joshua Friedrich katapultiert die Lesenden und den Protagonisten in eine Running Man’eske und an die Hunger Games erinnernde Buße-/Erziehungs-/Korrektur-Anstalt mit einer kleinen Reminiszenz an Howard Phillips L., in der man seine Schuld durch den eigenen Unterhaltungswert abbezahlen kann. Ungemein unschön dabei ist, dass man in einer alptraumhaften Inszenierung sein Leben riskiert, während die gelangweilten Schaulustigen der Welten dabei zusehen, wie man sich und andere quält.