Mutter Kröte von Clark Ashton Smith, phantastisch!, Heft 1, (2001).
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Es ist durchaus modern, nicht mehr den Klischees von Märchengestalten zu folgen und hinter der zumeist hässlichen Maske etwas anderes zu entdecken. In manch einem (neuen) alten Märchen aber, ist z.B. eine hässliche Hexe genau das: eine hässliche Hexe. Menschen mit einem gewissen Kalkül verstehen es, die Fähigkeiten und Geheimnisse dieser häufig im Exil lebenden Kreaturen auszunutzen. So auch der Apotheker Alain le Dindon in der Kurzgeschichte von Clark Ashton Smith. Er erwirbt immer mal wieder den ein oder anderen dubiosen Trank von der Hexe und ist zudem schlau genug, diesen nicht selbst bei ihr, in ihrer Hütte in den Sümpfen, abzuholen, sondern schickt seinen Lehrling Pierre. Dessen Schicksal ist im Grunde schon besiegelt, als er die Hütte von Mère Antoinette betritt, er weiß es bloß bich nicht. Ein derbes und unterhaltsames Märchen, das einen lehren möchte, niemals … unter keinen Umständen einen Trank von einer merkwürdigen Frau, von Kröten umgeben und inmitten eines Sümpfes lebend, zu trinken.
Ein toter Mann in New York von S. P. Somtow, phantastisch!, Heft 2 (2001).
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Die Trauer ist eine Phase, in der vielerlei Gefühle in unterschiedlicher Intensität sich abwechseln oder überlagern. Manchmal trauert man um einen Menschen oder ein Tier, manchmal trauert man um eine Gelegenheit und manchmal trauert man auch um sich selbst. Wie lange die Trauer anhält, ist sehr individuell und auch von der Zeit und Kultur in der man lebt, geprägt. Die eigene religiöse Prägung ist zudem oft dafür verantwortlich, wie man die Trauer erlebt und was man währenddessen macht oder sich vorstellt. In der Kurzgeschichte von S. P. Somtow, die zum Teil Worte verwendet, die auch schon 2001 nicht mehr zeitgemäß, diskriminierend und verletzend waren und nur mit dem historischen Rückgriff auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts erklär-/duldbar sind, lässt eine Witwe am aufgebahrten Leichnam des kürzlich getöteten Abraham Lincoln eine vermeintlich übernatürliche Erfahrung erleben, die zeitgleich mit einer Phase ihrer Trauer erscheint, in der sie mit der Vergangenheit abschließt und sich Neuem öffnet.
Liebe mich von Arthur Gordon Wolf, phantastisch!, Heft 3 (2001)
[Image source: genAI, Byte Plus Seedream 5.0 Pro]
Patriarchale Strukturen führen zu männlichen Wunschvorstellungen, die so rein gar nichts mit der Realität zu tun haben, zumindest nicht mit einer Realität, in der Frauen und Männer gleichberechtigt sind. So ist es nicht verwunderlich, dass die Pornoindustrie schon immer ein lukrativer Markt war, ist und sein wird, es sei denn, die besagten partriarchalen Strukturen werden abgeschafft, was mir ehrlich gesagt sehr unwahrscheinlich vorkommt … aber man(n) soll die Hoffnung nie aufgeben. Insbesondere deuten die alle kommerziellen Rekorde brechenden audiovisuellen Medien in diesem Sektor auf einen ungebrochenen Trend hin.
Die Kurzgeschichte von Arthur Gordon Wolf aus dem Jahr 2001 entstammt einer Zeit, in der meistens nur Science-Fiction-Liebhaber_innen und ein paar Wissenschaftler_innen und Ingenieur_innen von mit KI ausgestatteten anthropomorphen Roboter_innen träumten. Heute, 25 Jahre später expandiert ein Markt, der ganz sicher ebenfalls insbesondere im pornografischen Kontext die größten kommerziellen Erfolge feiert/feiern wird. Besteht die Möglichkeit, die 2-Dimensionalität der „Objekte“ ihrer testosterongesteuerten Begierden zu verlassen und eine physische robotische Präsenz zu erschaffen, die sowohl optisch als auch habituell von einem Menschen nicht zu unterscheiden ist, wird sich die zumeist männliche Fantasie kaum bändigen lassen. Doch je einfacher man(n) sich die Realität erdenkt, umso gefährlicher sind die Konsequenzen in der Praxis. Wahrscheinlich wäre der Text heute so nicht durch das Lektorat gekommen, da er sowohl sexistische, rassistische als auch lookistische Züge aufweist, aber die Geschichte trifft doch sehr gut absurde männliche Weltbilder und die daraus resultierenden Fantasien.