Als wir Menschen uns an die Ausbeutung der Erde gemacht haben, stießen/stoßen wir zwangsläufig an Grenzen. Zum einen sind die Ressourcen unseres Heimatplaneten begrenzt, zum anderen müssen wir ungeschickterweise auf diesem Planeten leben und bekommen die Folgen der Raubzüge hautnah mit.
Anders verhält es sich im Weltall. Dort herrscht noch die vollkommene Freiheit, rücksichtslos nach wertvollen Mineralien und Substanzen zu suchen, da niemand um Erlaubnis gebeten oder enteignet werden muss … noch. Auch haben extraterrestrische und -solare Himmelskörper (irgendwie ein putziger Begriff) bislang keine nennenswerte Lobby.
Ziemlich lebensfeindliche Bedingungen und äußerst ziemlich weite Entfernungen machen im Weltall den Raubbau allerdings nicht gerade einfach. Sarah Mann kreiert un ihrer Kurzgeschichte quasi-autonome Abbau-Roboter, die in großen Schwärmen unterschiedlichen Aufgaben nachgehen, an deren Ende der Transport aller wertvollen Stoffe zur Erde steht. Doch was mit KI-gestützten Robotern, die sich selbst überlassen sind, geschehen kann, übersteigt alle antizipierten möglichen Projektverläufe auf dem Reißbrett. Es ist wohl Teil menschlicher Hybris, zu glauben, nur seine Spezies hätte das Potenzial zur Entwicklung. Wenn alle notwendigen Zutaten im Topf sind und dann noch von außen die nötige Energie aufgewendet wird, darf man sich nicht wundern, wenn einem die Küche um die Ohren fliegt. Sehr detailreich erzählter Outer-Space-Thriller mit gleich mehreren spannenden Twists.
Das Geheimnis der Quelle von Sabine Frambach
[Image source: genAI, Flux.2 Pro]
Es ist gar nicht notwendig, Lichtjahre weit ins All zu reisen, um Unbekanntes zu entdecken. Schon ein Blick vor unsere Haustür, ein paar Meter unter der Oberfläche, befindet sich eine verborgene Welt voller Geheimnisse. Um manche dieser Orte ranken sich Sagen, in denen von fremden Wesen berichtet wird, die mal freundlich und mal aggressiv auf Menschen reagieren. Mit solchen Geschichten versuchen wir das Unaussprechliche in Bilder zu fassen, die wir verstehen können, doch selten treffen sie den wahren Kern dessen, was sich dort wirklich verbarg oder verbirgt. Schon immer besonderes faszinierend sind Gewässer und ihre unergründeten Tiefen. Mal sind es Tore in andere Welten, mal beherbergen sie Wesen, die womöglich lieber in Ruhe gelassen werden möchten. Rund um den Blautopf erzählt man sich schon seit vielen Generationen Geschichten über unerklärliche Ereignisse und Begegnungen mit Wesen, die nicht von dieser Welt zu stammen scheinen. Sabine Frambach taucht mit uns im wörtlichen Sinn in die Welt des Blautopfs und erzählt von der Erkundung der lichtlosen Tiefe des Gewässers und deren nur über das Wasser erreichbaren Höhlen. Dort, tief unter dem Fels, findet die Taucherin Muriel den Ursprung all dieser Sagen und wird Teil einer ganz neuen Geschichte, die man sich vielleicht noch viele Jahre später erzählen wird, wenn man vom Blautopf spricht.
Das Objekt von Jonathan J. Anders
[Image source: genAI, Flux.2 Pro]
Wenn wir irgendwann einmal auf ein künstliches extraterrestrisches Objekt treffen sollten, werden wir geprägt sein von kollektiven Bildern, die zumeist aus Science-Fiction-Filmen und -Geschichten stammen. Kombinieren wir dieses Kaleidoskop an mal mehr mal weniger für die Menschheit katastrophal ausgehenden Szenarien mit dem stärksten menschlichen Gefühl, der Angst, kann man sich an den Fingern einer Hand abzählen, dass der Ausgang dieses Erstkontakts in einem Desaster enden muss. Jonathan J. Anders erzählt in rasantem Tempo, wie schnell eine zuerst wissenschaftliche Mission eskalieren kann, sobald wirtschaftliche und politische Interessen in den Vordergrund treten.
Aber vielleicht haben wir alle dabei versäumt einzukalkulieren, dass extraterrestrisches Leben nicht zwangsläufig den uns bekannten menschlichen Mustern folgen muss.
Der Bjakuda von J. A. Hagen
[Image source: genAI, Flux.2 Pro
Die Menschheit sehnt sich seit dem ersten Blick zu den Sternen nach der Antwort auf die Frage, ob es da draußen noch andere Wesen gibt. Bekommen wir allerdings dann tatsächlich extraterrestrischen Besuch, lassen die Probleme garantiert nicht lange auf sich warten. Wenn es schlecht läuft, ähneln die Charakterzüge der Aliens den unseren und in Kombination mit nicht-menschlichen Fähigkeiten, wären wir den guten wie den schlechten (meist häufiger auftretend) Absichten der Besucher hilflos ausgeliefert.
Dass auch keine Polizeibehörde dagegen etwas ausrichten kann, erzählt J. A. Hagen in seiner humorvollen, mit Pheromonen angereicherten Kurzgeschichte über ein Alien, einen Cop und eine Katzenhalterin.
Der Reiter von Helge Lange
[Image source: genAI, Flux.2 Pro
Wenn die Menschheit gezwungen sein wird, die Erde zu verlassen, wird sie vieles hinter sich lassen müssen und sowohl auf dem Mond als auch auf dem Mars Bedingungen vorfinden, die nicht mehr dem Leben auf der Erde entsprechen. Es wird wesentlich anstrengender werden, als es momentan noch wie selbstverständlich und einfach auf der Erde funktioniert. Trotz Terraforming und allmählicher Anpassung des menschlichen Körpers, trotz genetischer Experimente und transhumanistischer Technologien. Helge Lange erzählt, wie letzten Endes das Leben außerhalb der Erde scheitert und eine Rückkehr auf den Mutterplaneten nicht so vonstatten geht, wie man sich das vielleicht vorgestellt hat. Denn plötzlich hängt die Re-Kolonisierung der Erde allein von einem sprechenden Pferd und dem letzten Rest Mensch ab.
Ein unterhaltsamer und humorvoller Cyber-Western mit intelligenten und überraschenden Twists.
Der sensible Planet von Christian Hornstein
[Image source: genAI, Flux.2 Pro
Was erwarten wir eigentlich, bei dem Versuch einen extrasolaren Planeten zu besiedeln? Einen der Erde mehr oder minder identischen Planeten? Lebensbedingungen, die den unseren in etwa gleichen? Allein schon die Planeten unseres Sonnensystems beherbergen Bedingungen, die so dermaßen von erdähnlichen verschieden sind, dass man sich nicht einmal in den entferntesten Phantasien ausmalen kann, was da im schwarzen All noch auf uns wartet. Sicher, die Astronomen würden uns bestimmt einen Planeten aussuchen, der in etwa die Atmosphäre der Erde (in gesundem Zustand!) hat und auch innerhalb der habitablen Zone nahe eines Sterns (oder zweier?) seine Bahnen zieht. Doch welche Kombinationen aus Atmosphäre, Oberfläche, Fauna und Flora (und anderer Biota?!) wir nach einer langen … seeeeehr langen Reise auf der Oberfläche einer möglichen zweiten Heimat erwarten können, gleicht doch eher den Permutationen eines kosmischen Lottospiels.
Christian Hornstein entführt uns auf einen Planeten, der einen nicht erwarteten Einfluss auf seine neuen Bewohner_innen hat, die so manches verändert.