Zuerst brauchte ich ein paar Seiten, um mich zurechtzufinden und mich bzw. die Handlung zu verorten. Ein düsterer Kerker auf dem nicht gerade heimeligen Planeten Nibel V war nicht der Anfang einer Geschichte, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Aber dann gab es kein Halten mehr.
Aus zwei Gefangenen, die unterschiedlicher nicht sein können, werden Zellengenoss_innen. Aus Fremden werden Vertraute, aus Feinden Freunde. Zwar deutet sich an, dass in der Protagonistin Jule verborgene Kräfte schlummern, die sich hartnäckig bedeckt halten, aber wie sehr eine traumatisierte, desillusionierte und etwas faule und ambitionslose Beschwörerin in einen Sog von göttlichen Mächten gezogen wird, sucht dann doch ihresgleichen.
[Image source: genAI, Nano Banana 2]
Unbeschwert und mühelos … nahezu mottengleich 😉 … schubst Marie Meier uns Lesende quer durchs All in eine Welt voller Magie und Götter, aber auch voller Sklaverei und zerstörerischer Gewalt. Schnell fühlte ich mich als Teil von Jules Homies und konnte mich mit ihrer chaotischen, unentschlossenen, aber auch impulsiv-unerschrockenen Art sehr gut anfreunden. Voller Selbstzweifel und oft von ihrem spontanen sich bahnbrechendem Mut selbst überrascht, wird ihr Leben durch neue Bekanntschaften auf Links gezogen. Sie schnuppert in die Luxuswelt der Mächtigen hinein, rettet Fremden das Leben und bringt sich selbst in Lebensgefahr. Und während all dieser unvorhersehbaren Umstände versucht sie mehr oder minder motiviert in der Hierarchie der Beschwörer_innen durch eine Prüfung im Grad aufzusteigen. Glücklicherweise wird sie von ihrer Clique unterstützt (Florence, Amy, Emili, Daniel), die mich gleich an die Freunde von William Thacker (alias Hugh Grant) in Notting Hill oder von Bridget Jones (alias Renee Zellweger) in Schokolade zum Frühstück erinnerte.
Spannend, unterhaltsam, überraschend und mit viel Gefühl von der ersten bis zur letzten Seite… ein echter Pageturner. Beruhigend, dass noch der zweite Teil auf mich wartet.