Vom Klappentext her war mein Interesse am ersten Band der Jericho March-Reihe eigentlich moderater Natur. Aber schon mit der ersten Seite wurde ich von Leann Porter mit auf eine immer rasanter werdende Reise genommen. Eine Reise auf eine angenehm direkte und erstaunlicherweise meinen Humor treffende Science-Fiction-Horror-Dämonenjäger-Fantasy-Story.
(AI image, Midjourney)
Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist eigentlich die unsere und findet in Schottland und den Inneren Hebriden, genauer gesagt auf Skye statt. Es gibt nur einen kleinen, aber nicht ganz irrelevanten Unterschied: Dimensionslöcher perforieren die Erde und gewähren dämonischen Monstern nahezu überall Zutritt. Aber, wo ein Problem ist, ist auch eine Lösung. In diesem speziellen Fall ist es die Wiederentdeckung der Magie und talentierten Menschen, die einerseits die Fähigkeit in sich tragen, die Einfallstore zu schließen und andererseits die Invasoren zurückzudrängen imstande sind. Zu letzteren Kategorie gehört der herrlich unangepasste, aber extrem erfolgreiche Dämonenjäger Jericho March. Eigentlich der beste Mitarbeiter der Behörde und eine Jägerlegende, jedoch eckt er mit seiner unkonventionellen und nicht gerade autoritätshörigen Art ziemlich oft an, so dass er immer nur um Haaresbreite vor der Suspendierung steht. Als er mal wieder sein Glück überreizte, wurde er „beurlaubt“ und nahm einen Den-Sohn-eines-Reichen-Zeitungsinhabers-Zurückbringen-Job, der einerseits gut bezahlt war und andererseits ihn auf die Insel Skye brachte, wo er zeitgleich nach Spuren zum Mord an seiner Frau suchen wollte. Eine Jagd voller Dämonen, Magier, Intrigen und Geheimnisse beginnt.
(AI image, Midjourney)
Eine Geschichte mit kantigen und auch sehr witzigen Charakteren, die sich und die Welt nicht immer wirklich allzu ernst nehmen. Alle haben eine eigene Geschichte und der ungemein fluffige Schreibstil von Leann Porter zog mich sofort in den Bann, zumal mir das geographische Set mehr als nur angenehm ist.
Direkt an den Band 1 („Die Spinne von Skye“) anschließend, müssen die Protagonisten die Gescheh- und Erkenntnisse erst einmal verarbeiten. Während die Geschichte im ersten Band aus der Perspektive des Dämonenjägers Jericho March erzählt wurde, erleben wir im Band 2 „Plötzlich Incubus“ die Welt voller Dämonen, Magie und Dimensionslöcher mit den Augen von Islay MacGregor, einem angehenden Reporter „Plus“, der mit seinen ganz eigenen „Dämonen“ zu kämpfen hat. Sein Vater, der Inhaber der Edinburgh News, zu dem er nicht wirklich eine innige Beziehung pflegt, verschwieg ihm sein Leben lang, wer seine Mutter war und was es mit ihrem Verschwinden auf sich hatte. Zudem versucht er sich mit der Tatsache zu arrangieren, dass sein Jugend-Idol Jericho March ihn irgendwie töten möchte, er aber auch nicht leugnen kann, dass er unsterblich in den Dämonenjäger verliebt ist, was die Situation keinesfalls einfacher macht.
(AI image, Midjourney)
Es treten mit u.a. Kira, der blauhaarigen Dämonenjägerin, neue (nicht minder interessante und unterhaltsame) und schon bekannte Charakter auf und man erfährt ein weiteres kleines bisschen mehr über die von Dämonen bedrohten Welt und erhält eine Ahnung davon, auf welcher Spur Islay und Jericho sind. Noch etwas schneller als den ersten Band verschlungen, harre ich des 3. Bandes.
Auf der Suche nach dem Mörder von Jerichos altem Freund Terry, nimmt der Dämonenjäger die Hilfe von Islay an, was den wortkargen Einzelgänger selbst am meisten überrascht. Jericho ist noch immer auf der SAW-Fahndungliste, was das ungleiche Duo allerdings nicht davon abhält, mehr oder minder unauffällig in der Mordsache weiter zu ermitteln und nebenbei noch einen kleinen Anderweltler-Vorfall mit in einem See ertrinkenden Frauen in roten Kleidern aufzuklären. Jericho trifft auf alte Bekannte und Hinweise, die ihn mehr verwirren als seine offenen Fragen zu beantworten. Zudem bröckeln die mühsam aufgebauten Mauern des einsamen Dämonenjägers in der Gegenwart von Islay und machen ihn mehr und mehr verwundbar.
Was haben Incubi und Shellycoats mit dem Tod von Terry und möglicherweise auch dem seiner Schwester Clara zu tun? Und was hat es mit den merkwürdigen Weissagungen von Shirley Shelly über Jericho und Islay auf sich?
Ein rasant und spannend erzählter 3. Teil der Jericho March-Reihe mit zahlreichen neuen Rätseln und der ein oder anderen Auflösung.
Wieder einmal verschlang ich eine Seite nach der anderen und muss gestehen, dass ich Leann Porters Erzählweise hoffnungslos verfallen bin.