Dem Wahnsinn von nahezu allmächtigen Milliardären sind kaum Grenzen gesetzt. Keine Idee kann verrückt oder menschenverachtend genug sein, um nicht auf der Agenda einer Handvoll reicher, weißer Männer zu stehen. Manche Ideen sind bekannt, andere schlummern noch in den ideologischen Schubladen. Bekannt sein dürfte, dass unsere faschistoiden (Tech-)Oligarchen unsere schöne Erde nach ihrem neokameralistischen Tech-Autoritarismus umformen und ewig leben wollen. So bekloppt, so gut. Einen völlig plausiblen Schritt weiter geht (betrachtet man die bereits vorhandenen Marsbesiedlungspläne) nun die Kurzgeschichte von Patricia Eckermann, in der menschliches Erbgut (natürlich das der eben erwähnten Oligarchen) mit einer Arche ins All in Richtung einer zweiten Erde (in diesem Fall das Steinmüllersche Andymon) verschickt werden soll, um dort eine neue Menschheit entstehen zu lassen. Derlei größenwahnsinnige Pläne mögen zwar noch leicht futuristisch erscheinen, aber eben nur leicht. Doch glücklicherweise haben sich in der Geschichte von Patrica Eckermann noch nicht alle Menschen dem Diktat dieses Autoritarismus‘ unterworfen. Auch wenn er noch so klein sein mag, es gibt noch eine Widerstandsbewegung, um zu versuchen, das auf Andymon zu verhindern, was auf der Erde bereits Realität geworden ist. Ein spannender und gut geschriebener Auftakt der auf dem Roman ‚Andymon‘ von Angela und Karlheinz Steinmüller aufbauenden und von Michael Wehren herausgegebenen Anthologie ‚Andymonaden‘.