Ein schwieriger, aber durchaus klarer Auftrag: Töte die Prinzessin!
Doch wie so oft, ist der Teufel ein Eichhörnchen und alles stellt sich plötzlich dann doch nicht so klar dar, wie es sich in der Theorie angehört hat. Tara, eine Assassine, ohne die für den Job eigentlich erforderliche Kaltherzigkeit, überwindet die im Plan als schwierig markierten Hürden, nämlich das Eindringen in das Schloss und das Finden der Prinzessin, erstaunlich leichtfüßig und steht während eines opulenten Schlossfestes kurz vor der Erfüllung ihres Auftrags. Es steht für Tara völlig außer Frage, dass die Prinzessin den Tod verdient hat, für all die Grausamkeiten, die sie, der König und der Prinz über ihre eigene Familie und das ganze Volk gebracht haben. Doch dann … kommt alles irgendwie anders…
Eine spannend erzählte Kurzgeschichte mit Witz und Feingefühl, in der einerseits deutlich wird, dass Rache nicht die beste Motivation ist und andererseits, dass die meisten Dinge selten nur schwarz oder weiß sind.
Eine spannende Kurzgeschichte mit Magie, magischen Wesen, Grimoires, einer alten Bibliothek, einem Mini-Drachen und natürlich einem ganz besonderen Dolch.
Die Handlung mit nicht-binären, menschlichen, aber auch non-sapiens Charakteren ist von Kiàn KiWananga beschwingt wie ein übermütig-frecher herumalbernder Mini-Drache erzählt und macht Lust auf mehr.
Der Glaube daran, dass Gottheiten ein Urteil über Menschen fällen, ist so alt wie die Gottheiten selbst. Es scheint ein menschliches Urbedürfnis zu sein, die Verantwortung über eine Strafe an ein höheres Wesen abzugeben, sei es aus Feigheit oder um dem Urteil ein höheres Gewicht zu verleihen. Manchmal wird in der Retrospektive ein Ereignis im Nachhinein als göttliches Urteil definiert, weil es unerwartet oder besonders ausgefallen ist. Manche glauben, sie sind in göttlicher Mission unterwegs und verurteilen oder bestrafen im Auftrag einer Gottheit, was auf eine ganz besonders perfide Art des wahnhaften Narzissmus hindeutet.
In der Kurzgeschichte von A. M. Amberg tritt einer der seltenen Fälle ein, in der tatsächlich eine Göttin für Gerechtigkeit sorgen möchte, um eine vereitelte Tat zu bestrafen und zugleich eine geplante zu vereiteln. Zwar entspricht diese Vorgehensweise nicht so wirklich dem Verständnis von einem modernen menschlichen Rechtssystem, aber zu einer Zeit vor der Gewaltenteilung gab’s wohl nichts Angemesseneres. Man kann nur hoffen, dass der Ausführenden am Ende ihr göttlicher Auftrag abgenommen wird.
Das Böse ist keine Zutat für eine gruselige Geschichte am Lagerfeuer … es ist immer und überall unter uns. Es ist aber meiner Ansicht nach nichts Übernatürliches, sondern ausschließlich eine Seite der Menschen. Natürlich ist es auch eine Frage der Definition, was böse ist und seit Menschengedenken streiten sich darüber die Geister. Lassen wir mal die Mythen, den Volksglauben oder diverse Religionen außer Acht, so kann ich mich damit ziemlich gut arrangieren, wenn alles, was gegen die Internationale Menschenrechtscharta (International Bill of Human Rights) verstößt nicht gut ist und damit eher in Richtung „böse“ tendiert. Menschen denken an Böses, verleihen ihren bösen Gedanken durch Sprache Ausdruck und/oder handeln böse. Was wir denken ist nur schwer zu beeinflussen (Bildung und Mitgefühl helfen allerdings ziemlich gut), aber wie wir sprechen und was wir tun, kann sehr wohl beeinflusst werden. Es mag uns in unserer ach so aufgeklärten und entzauberten Welt unwahrscheinlich erscheinen, dass das Böse wieder die Dimension einer Hexenverfolgung, einer Inquisition oder eines Genozids erreichen könnte … aber erst durch diejenigen, die wegschauen, wächst das Böse zu einem Flächenbrand, der alles und jede_n verschlingt. Und auch heute scheint die Zahl der Wegschauenden und Hinterherlaufenden wieder größer zu werden. Doch, wo das Böse aufkeimt, rührt sich auch das Gute. Es ist zarter, vorsichtiger und schüchterner … aber es ist immer da. Es muss beizeiten nur etwas angestupst werden oder einen Tritt bekommen.
Ein komplexer Plot, der aufgrund der Kürze der Geschichte von mir womöglich nicht zur Gänze erfasst wurde, aber zeitreisende Hexen, die in unserer Gegenwart den Funken des Bösen austreten, ist von Jassi Etter schon ein ziemlich cooler Move. Auch wenn diesmal der Dolch nicht zum Einsatz kommen musste … gut, dass er bereit war.
Es gab für Finre und sein Volk eine Zeit des Friedens und des Glücks. Doch seit der Algorithmische Imperator die Herrschaft auch Finres Heimat übernommen hat, ist nichts mehr, wie es war. Die einst so schöne Wolkeninsel wurde zerstört und Finre verlor seine Flügel. Auch wenn Finre die Zeit nicht wieder zurückdrehen kann, so bleibt ihm wenigsten noch die Rache am Imperator für all seine Greueltaten. Ihm zur Seite steht ein magischer, sehr gesprächiger Dolche, mit dessen Hilfe Finre in den Palast des Imperators vordringen kann. Doch was er dort vorfindet, erschüttert alles, wovon er überzeugt war.
Eine schön-spannende Queste in einer besonders ausgestalteten Welt mit mechanischen Komponenten, die so natürlich mit Magie verwoben sind, dass sie eine schöne Variante der Science Fantasy ergibt.
Manchmal muss man seine Gesetzestreue etwas kreativ auslegen, um redlich für Gerechtigkeit zu sorgen. Das muss sich auch der Anwalt Ilf eingestehen, der an der vom scheinbar unantastbaren Groß-Industriellen Van Beerk korrumpierten Justiz zu scheitern droht. Mit Hilfe Maron, seines Ex, der sich zu seiner Überraschung als nicht ganz so unkriminell herausstellt, versucht er in Van Beerks Luftschiff an Beweismaterial für einen aussichtslosen Prozess zu gelangen. Natürlich verläuft nicht wirklich alles nach Plan, aber dank des Einfallsreichtums von Ilfs Ex-und-irgendwie-vielleicht-doch-noch-Freunds Maron, kann so manche Hürde überwunden werden.
Eine schönes Steampunk-Abenteuer zweier ungleicher Charaktere, die sich, wenn’s darauf ankommt, wunderbar ergänzen.
Eine Quest ist nicht nur dann besonders gefährlich und schwierig, wenn an ihrem Ende ein mächtiges Monsterwesen wartet, das ein begehrtes Artefakt verteidigt. Liwarel muss sich durch das Sumpfgebiet Helcha wagen und das, was sie dort erwartet sind ihre Trauer und Verzweiflung, die sie nach dem Tod ihres Geliebten Demenar noch immer quälen. Ein Wesen, dass in ihren Verstand und ihr Herz einzudringen vermag, manipuliert sie und versucht, sie von ihrer Mission abzubringen. Wie kann man gegen etwas kämpfen, dass man liebt? Wird Liwarels geistige Kraft ausreichen, um den Einflüsterungen widerstehen zu können?
Eine kurze, aber intensive Episode in der Welt aus der „Fluch der sieben Monde“-Reihe von Luzia Dworschak, in der nichts so ist, wie es scheint.