Hartes Wasser streichelt mein zartes Ego

Kennt ihr das? Ein Wasserhahn leckt … eine WC-Spülung hört nicht auf zu spülen?

Was wäre einfacher, als mal kurz die Werkzeugkiste zur Hand zu nehmen und die Kleinigkeit zu beheben. Aber dann nimmt die Katastrophe schon ihren Lauf.

So geschehen bei meiner betagten WC-Spülung und prompt sehe ich den Aufprall quasi wie in Zeitlupe auf mich zukommen.

Natürlich geht schief, was schief gehen könnte … oder zumindest eine nicht zu vernachlässigende Teilmenge dessen.

Aber das richtige Werkzeug liegt natürlich nicht (mehr) in der völlig überfüllten Werkzeugkiste. Aber aufgeben gibt‘s nicht. Also tiefer graben und an eher unwahrscheinlichen Orten suchen, wo sich die geliebten Werkstückchen verbergen könnten. Der erste und einzige Glücksmoment stellt sich ein, als ich alle Stücke endlich in den schon ziemlich verschmierten Händen halte, obwohl ich noch gar nicht mit der Reparatur begonnen habe.

Dann räume ich den „Ort des Schicksals“ auf und bereitet ihn auf die OP vor. Ich montiere alles feinsäuberlich ab … und da man ja bereits ein erfahrener Heimwerker ist, lege ich alle Einzelteile behutsam zur Seite und versuche mir die Reihenfolge der Demontage einzuprägen. Tja … es bleibt bei dem Versuch.

Dann sehe ich in das Innere des Quälgeistes … und wundere mich, wie kompliziert so ein WC-Spülkasten sein kann. Zweifel und ein gehöriger Respekt für alle Handwerker*innen dieser Welt kommen allmählich auf.

Ein paar Griffe da, ein paar Werkzeugansätze dort … wo war noch gleich die Telefonnummer der Sanitärfirma?

Beschämt und demütig wende ich mich unverrichteter Dinge den demontierten Einzelteilen zu, nur um feststellen zu müssen, dass die Montage mehr als doppelt solange dauert! Von liegengebliebenen Einzelteilen möchte ich erst gar nicht anfangen.

Ein paar Wochen später … gute Handwerker sind nur schwer aufzutreiben … lasse ich es mir nicht nehmen, den Profis bei ihrer Arbeit zuzuschauen, natürlich ohne das Gefühl aufkommen zu lassen, dass ich sie kontrollieren wollte. Letztendlich lasse ich mir die wieder funktionierende Spülung vorführen und schaue ehrfürchtig auf die verkalkten Gebeine meines WC-Spülkasten an.

Ein kurzer Blick und mein Heimwerkerstolz ist wieder hergestellt: DAS hätte ich ja überhaupt nicht reparieren können! Ein Dankesgebet gen Himmel kann ich mir nur knapp verkneifen. 

Aber Dank des harten Wassers in meiner Region kann ich nun wieder beruhigt von meinen exzellenten Skills als Heimwerker träumen.

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