Frank Lauenroth – White Fire – Band 2 der Corona Saga
von noosphaere · Veröffentlicht · Aktualisiert
Rezension:
Nach dem ersten Band ‚Black Ice‘ geht die Chase-Space-Opera mit ‚White Fire‘ in ein neues spannendes Kapitel.
Die Crew der Corona hat so manches im ersten Band überwunden, durchlebt und erfahren, was sie ohne Unterbrechung im zweiten Band weiter durchs All reisen lässt. Nun, „reisen“ klingt da im Grunde viel zu tiefenentspannt, denn es ist vielmehr eine wilde Jagd nach Informationen und Lösungen und vor alten und neuen Feinden mit Kämpfen, Rätsel und überraschenden Begegnungen.
Die Gefahr für die Corona ist nach dem ultimativen Bösewicht Duistermach in ‚Black Ice‘ dummerweise so ganz und gar nicht weniger geworden … ganz im Gegenteil, sie hat sich mit den Zwartesols sogar verdoppelt.
Wer schon den ersten Band verschlungen hat, wird in ‚White Fire‘ liebgewonnene Figuren wiederfinden. Natürlich ganz vorne dabei Frankie, der empathische Pilot der Corona. Mit ihm sind auch wieder dabei die Tranquillerin Gostoe, der Karenadier Wood und natürlich der Toy Holly. Es tauchen auch wieder Schleimgrabbler auf und andere Spezies, wie die Gnamorianer, treten neu auf die Bühne der Corona-Saga.
Die persönliche Entwicklung der Crewmitglieder und der Crew untereinander mit ihren Tiefen und Höhen geht ungebremst weiter, während neue Gestalten wie der Schpriong Quulb und der Droide Rimfort 14 Teil der Corona-Kombo werden.
Neben den neuen, doppelt so böse auftretenden Hauptproblemen, die Zwartesol-Brüder, treten mit dem Bohei Drakus-Sus und sein erster Offizier Tercat noch neue Player auf das Spielfeld, deren Rolle und Motive lange nicht wirklich klar sind.
Die Crew der Corona mit Frankie als Piloten scheint ein Talent dafür zu haben, das Gute in biologischen und künstlichen Wesen zu aktivieren, wodurch sie aber auch immer wieder in neue Katastrophen schlittern.
Der Humor und die Empathie der Crewmitglieder lässt ‚White Fire‘ zu einem Pageturner werden und man möchte von Seite zu Seite schnellstmöglich erfahren, wie es weitergeht. Auch wenn die zum Teil putzig anmutenden, aber auch geheimnisvollen neuen Crew-Mitglieder Ri 14 und Quulb so sympathisch sind, dass man sie am liebsten an sich drücken möchte, hatte ich gleich nach dem ersten Auftritt der zwei übelsten Wesen der Galaxis einen Faible für die Zwartesols, die trotz ihrer rücksichtslosen Brutalität auch extrem witzig sind … was in diesem grandios inszenierten Gegensatz eine echte Glanzleistung von Frank Lauenroth darstellt.
Man wundert sich zwar, wie die ziemlich kleine und unbedeutende Corona-Crew an den Rand eines intergalaktischen Kriegs schlittert und dabei freiwillig-unfreiwillig eine Schlüsselrolle einnimmt, aber wie jede_r sicher schon am eigenen Leib erfahren musste, kann schon ein einfache, vermeintlich klar formulierte Textnachricht schnell episch missverstanden werden und in eine unvorhergesehene Katastrophe führen.
Ich fand ein kleines Zitat, das schön die Schwächen und zugleich Stärken der Corona-Crew verdeutlicht:
„Zwölf Gnamorianer gegen einen Menschen, der Gewalt verabscheute, eine Tranquillerin, die in einem Kampf wahrscheinlich keine große Hilfe war, einen Karenadier, dem wohl beim festen Griff die Stöcke abbrechen würden, eine wabernde Blase und einen kleinen rollenden Droiden.“ (S. 269)
White Fire ist der zweite Teil einer cleveren, humorvollen und actionreichen Space-Opera, bei der Zuneigung und Zusammenhalt den maßgeblichen Kitt der wild zusammengewürfelten Charaktere darstellt … und wohl nicht der letzte Teil der Geschichte ist.



















