Martin Schatke: Carbonchoral

Von Martin Schatke, veröffentlicht beim Tuschel Verlag.

Rezension:

Teil I: Earth

Klimawandel
Nieder mit Remorik!
Wetterumschwung
Riegel im Bauch
Mythos
In freier Wildbahn
Acht Arme für Kenji
Der Umzug
Tagebuch eines Wahlberechtigten Die Stadt der Liebe
Der Zwischenraum
In Stein gemeißelt
Glückliches Ende
Carbonchoral

Teil II: Outerspace

Das Chlorophyll schlägt zurück Verdiente Auszeit
Die Bittsteller
Die Macht der Erzählung Erstkontakt
Surprise
Geschichtsstunde
Mission des Cimanauten
Alle Räder stehen still
Nekrose
Der weißgesprenkelte Knochenkrabbler
Himmelssturz
Nächtlicher Showdown
Abschied
Harte Schale, weicher Kern

Micro-Rezensionen zu den einzelnen Texte:

Teil I: Earth

Klimawandel

Flux.2 Prompt: A young man sitting in a wooden rocking chair on the porch of a rustic log cabin beside a serene Swedish lake, looking down in shock and amazement at his own hand which has transformed into a wolf-like appendage covered in thick fur. Close-up perspective focusing on the hairy, clawed hand in sharp detail in the foreground, with the peaceful lake and Nordic landscape softly blurred in the background. Dramatic transformation scene, natural lighting, photorealistic style, detailed fur texture, atmospheric outdoor setting, Scandinavian wilderness aesthetic.
[Image source: genAI, Flux.2]

Uns stehen ein paar Endzeit-Auslöser zur Verfügung: Atomkrieg, Klimakatastrophe, Seuchen. Klingt jetzt gar nicht mal so vielfältig, wie wir unser eigenes Ende herbeiführen könnten. Die Konsequenzen für die Überlebenden differieren allerdings doch stark voneinander. Aber vielleicht machen wir uns auch überflüssigerweise ’nen Kopf, denn die Chancen stehen gut, dass alle drei (gibt es eigentlich noch weitere Szenarien, die sich nicht aus diesen drei ableiten?) mehr oder minder zeitgleich über uns hereinbrechen werden.
Es sollte uns allerdings bewusst sein, gleichgültig, wie sehr wir auch versuchen, die Katastrophenszenarien vorauszuberechnen, die Natur hält sicherlich noch ein paar Überraschungen für uns parat, sollte es zum Schlimmsten kommen.

Die erste Kurzgeschichte von Martin Schatke ‚Klimawandel‘ fängt merkwürdigerweise mit einer Seuche an, integriert den Klimawandel und schlägt dann ein neues evolutionäres Kapitel auf …

Nieder mit Remorik!

Flux.2 Prompt: A massive futuristic dystopian warehouse interior, thousands of transparent horizontal glass capsules arranged in endless rows extending into the distance, young people sleeping suspended in murky turbid liquid inside each capsule, cold sterile atmosphere with harsh fluorescent lighting, clinical white and gray color palette, polished concrete floors reflecting the capsule lights, on the large wall behind the capsules a massive projection screen displays a simulation scene showing a vast crowd of protesters in the streets holding signs with the word "Remorik" crossed out with red X marks, dramatic perspective emphasizing the scale and dehumanization, volumetric fog, cinematic lighting, photorealistic, highly detailed, 8k, science fiction aesthetic, inspired by dystopian films, unsettling and oppressive mood
[Image source: genAI, Flux.2]

Wären all unser Widerstand, alle Versuche politischer, juristischer und zivilgesellschaftlicher Art, demokratische Werte zu retten und gegen faschistische Mächte zu verteidigen, vergebens, wir würden es wahrscheinlich nicht einmal merken.

Eine defätistisch-dystopische Kurzgeschichte, die einen in Anbetracht gegenwärtiger, globaler Veränderungen, nicht wirklich optimistisch stimmt.

Wetterumschwung

Flux.2 Prompt: A cruise missile with Cyrillic script "Приветствие от Матушки России" flying towards a valley in the Mongolian steppe, dramatic landscape with rolling grasslands and distant mountains, in the foreground a small traditional settlement with white felt yurts (gers), yaks grazing peacefully, horses wandering nearby, golden hour lighting, cinematic composition, black and white drawing style, wide angle shot showing the contrast between the modern weapon and traditional nomadic life, atmospheric perspective with dust and haze in the valley, detailed textures on the yurts and animals, sense of scale and distance.
[Image source: genAI, Flux.2]

Für mein Verständnis lässt sich diese Microfiction nach zwei Arten lesen: Entweder wir haben es hier mit der Gegenwart oder der Epoche des Kalten Krieges zu tun und die Namensähnlichkeit des Clanführers mit dem großen Khan ist rein zufällig oder es ist Wissenschaftler_innen gelungen, Raketen zurück in die Zeit zu schicken, was nicht wirklich beruhigender klingt.

Riegel im Bauch

[Image source: genAI, Flux.2]

Welche Lebensform in einem Habitat oder auf einem Planeten die dominante ist, der Apex-Predator also, hängt von vielen Faktoren und auch vom Zufall ab. Eine gewisse Größe und Kraft kann dabei aber schon mal nicht schaden. Wenn dann noch ein Mindestmaß an Intelligenz und … sagen wir mal … Zielorientiertheit … vorhanden ist, ist die Sache schnell entschieden.
Doch man sollte in galaktischen Dimensionen gedacht nie vergessen: Es gibt immer eine Spezies, die einem die Führungsposition streitig machen kann … und dann wendet sich das Blatt ziemlich schnell … und plötzlich ist man selbst der Riegel in einem Bauch.

Mythos

Flux.2 Prompt: Giant oversized centipedes invading a small desert village on the edge of the Nevada desert near Area 51, massive arthropods with hundreds of legs crawling over houses and roads, terrified people fleeing in panic in their cars, others hiding inside silver aluminum trailers and RVs, dust clouds rising, desert landscape with scrub brush and rocky terrain in background, cinematic action scene, dramatic lighting with harsh desert sun, photorealistic, wide-angle shot, sense of chaos and danger, sci-fi disaster movie aesthetic
[Image source: genAI, Flux.2]

So viele Interpretationen und Phantasmen haben wir in Serien und Filmen gesehen, die sich ziemlich identisch in unser aller (Nerd-)Gedächtnis eingebrannt haben. Würden wir mehr lesen oder gelesen haben, wären diese Bilder um einiges vielfältiger, da jede_r dann doch eine etwas andere Vorstellung von Wesen und Welten der Phantasie hat.

Würde der … zugegebenermaßen unwahrscheinliche … katastrophale Fall eintreten, dass eines der filmisch umgesetzten Phänomene zur Realität werden würde, hätten wir alle oben genannten Serien-/Film-Junkies wenigstens einen gemeinsamen Trost: Wir würden uns alle auch gemeinsam an die Held_innen der Geschichten erinnern, die dereinst „glauben wollten“ und sich dem Unfassbaren gestellt hatten.

In freier Wildbahn

Flux.2 Prompt: POV shot from behind two figures in futuristic hazmat suits standing in a desert steppe landscape dotted with tall cacti, observing two strange humanoid beings in the distance - one lying beneath the other as the upper humanoid leans over them in an enigmatic pose. The scene has a desolate, post-apocalyptic sci-fi atmosphere with golden desert lighting and dusty air. On the distant horizon, a small sleek spacecraft hovers silently against the pale sky. Cinematic composition, muted color palette of ochre and beige tones, detailed environmental storytelling, mysterious alien encounter aesthetic.
[Image source: genAI, Flux.2]

Die Menschheit entwickelt sich schon seit Millionen Jahren. Das geschieht sowohl innerhalb einer als auch in parallelen Entwicklungslinien, so dass sich Individuen unterschiedlicher Entwicklungen durchaus auch begegnen können. Ob sie miteinander auskommen oder sogar koexistieren können, stand und steht auf einem ganz anderen Blatt.

Acht Arme für Kenji

Flux.2 Prompt: A massive tentacle emerging from dark river water, a young asian couple sitting on a weathered park bench at the riverbank, cassette recorder beside them, both smoking cigarettes, moonlight illuminating the scene, eerie atmosphere, cinematic composition, moody lighting, reflections on the water surface, mysterious and surreal, manga style, dramatic shadows, fog over the river, cosmic horror aesthetic, romantic yet ominous mood
[Image source: genAI, Flux.2]

Im Grunde kann man es niemanden vorwerfen, dass sie/er von einem urzeitlichen, transdimensionalem und weltenverschlingenden Wesen überrascht und beim nächtlichen Abhängen in die Tiefe gezogen wird. Wem würde das nicht ebenso passieren.

Der Umzug

Flux.2 Prompt: An uninhabited plain stretching to the horizon, a multi-track maglev train guideway merging into a single track in the foreground, a weathered futuristic sign reading "Pure-City" standing beside the tracks far away, overcast grey sky, dystopian atmosphere, abandoned and lonely setting, cinematic wide-angle shot, muted desaturated color palette, post-apocalyptic aesthetic, industrial sci-fi architecture, graphic novel style, 8k detail
[Image source: genAI, Flux.2]

Wenn die Viehwirtschaft nicht aus Vernunft- sondern eher aus Kostengründen zum Erliegen kommt, sollten sich die verbliebenen Säugetiere und Vögel genau überlegen, wohin sie reisen wollen.

Tagebuch eines Wahlberechtigten

Die Stadt der Liebe

Der Zwischenraum

In Stein gemeißelt

Glückliches Ende

Carbonchoral

Teil II: Outerspace

Das Chlorophyll schlägt zurück

Verdiente Auszeit

Die Bittsteller

Die Macht der Erzählung

Erstkontakt

Surprise

Geschichtsstunde

Die Mission des Cimanauten

Alle Räder stehen still

Nekrose

Der weißgesprenkelte Knochenkrabbler

Himmelssturz

Nächtlicher Showdown

Abschied

Harte Schale, weicher Kern