Sich von einem Herrenausstatter einen Anzug maßschneidern zu lassen, ist wahrscheinlich das Un-trollischste, was sich ein Troll vorstellen kann. Zwar war der Protagonist Uruk-Tai dieser Kurzgeschichte im Original eigentlich ein Ork, aber wie die Herausgeberin Katharina Gerlach im Vorwort anmerkt, müssen HdR-Fans (und andere Troll- resp. Ork-Liebhaber_innen) auch mal etwas tolerant sein. Schließlich ist auch Uruk-Tai überaus tolerant. Gut, er reißt sich eher zusammen, um kein Massaker anzurichten. Zudem bin ich mir nicht sicher, ob er eine blutige Fehde lostreten würde, wenn man ihn, den furchteinflößenden Ork, als Troll bezeichnen würde … aber das soll das Problemchen der Herausgeberin und des Autors sein.
In der ersten Kurzgeschichte der Anthologie ist im Detroit der 1920er der Schmuggler Sanford bestrebt, seinem illegalen Unternehmen einen Boost zu verpassen, indem er, ein eher schmächtiger Rechtsverdreher, mit dem hünenhaften Troll Uruk-Tai gemeinsame Sache zu machen gedenkt. Da der Kleinkriminelle weiß, dass, um ein Großer in diesem Business zu werden, die richtige Kleidung enorm wichtig ist, überredet er seinen trollischen Partner, sich einen Anzug maßschneidern zu lassen, was so überhaupt nicht der Troll-Natur entspricht und kurzzeitig zu eskalieren droht.
„Wenn jemand Farben realisieren würde, dann Uruk. Bevorzugt im Gesicht des Opossums.“
Eine humorvolle Kurzgeschichte über ein ungleiches Paar aus sehr, sehr unterschiedlichen Welten, in der Humor eigentlich nicht wirklich beheimatet ist.
Wir suchen das Super(natural)-Talent
von Vanessa Zeiner
[Image source: genAI, Midjourney]
Es ist nicht leicht, in einer Welt, in der Schönheitsideale existieren, denen man nicht entspricht, zu bestehen. Ganz besonders gilt das für Wesen, die nicht wirklich unauffällig, sondern eher furchteinflößende aussehen. Vorurteile, Mobbing, Beleidigungen und Drohungen begleiten Trolle schon von Kindesbeinen an, sofern sie ihre heimatlichen Gefilde verlassen und sich unter das Menschen- und Magiewesen-Volk mischen. Aber nicht alle Trolle sind gleich. Nicht alle finden sich mit den Traditionen ihrer Spezies ab, sondern wollen mehr vom Leben, ihre Träume verwirklichen.
Vanessa Zeiner erzählt in ihrer berührend-unterhaltsamen Kurzgeschichte von einer solchen mutigen jungen Trollfrau, die riskiert, ausgelacht und gedemütigt zu werden, während sie sich vor Publikum und den Augen einer Talent-Jury ihren Ängsten stellt und zeigt, wofür sie sich berufen fühlt. Grandiose Underdog-Geschichte, die von Beginn an überrascht und mit jeder Menge Klischees bricht.
Der Mensch neigt zur Eroberung neuer Gebiete, derer es nicht mehr viele gibt. Meistens liegen derlei Areale in unwirtlichen oder unzugänglichen Gegenden, aber es ist nur eine Frage der Kosten, aufgerechnet gegen den potentiellen Profit, ob sich der Erschließungsaufwand lohnt oder nicht. Diese Räume sind zumeist naturbelassene Rückzugsorte für Fauna und Flora oft bedrohter Arten. Was, wenn noch mehr Wesen dort ein Refugium gefunden haben … Wesen von denen man heute glaubt, sie wären fiktional, entsprungen den Mythen und Märchen unserer Ahnen?
Markus Heitkamp erzählt in sehr rasanter Weise die Geschichte einer spontanen Bewahrerin eines alten Zufluchtsortes, in der die Handlung sich gerne etwas langsamer hätte entwickeln können, aber unterhaltsam zwei Welten aufeinandertreffen lässt, ohne dass die eine die andere erobern oder vernichten möchte.
Die meisten Menschen sind viel zu phantasielos, um zu erkennen, dass andere Wesen nicht nur für eine Sache bestimmt sind. Zumeist bedient man sich der Einfachheit halber plumper und oberflächlicher Klischees. So auch, wenn es um Trolle geht. Nur weil sie größer, massiver, bedrohlicher und eben anders als Menschen aussehen, sind sie nicht zwangsläufig grob, brutal, furchteinflößend oder anders als die Menschen. Beizeiten schlummert hinter den riesigen Hauern eine zarte Seele.
Elisabeth Spanring erzählt einfühlsam eine zauberhafte Kurzgeschichte über die wahren Wünsche, Gefühle und Bestimmungen von Trollen, die erfreulicherweise nicht von allen auf ihr Äußeres reduziert werden.
Das Lächeln der Göttin
von Sven Klinge
[Image source: genAI, Midjourney]
Es ist nicht leicht, in einer Gruppe nicht den Erwartungen zu entsprechen oder die Standards zu erfüllen. Es gab schon immer Einzelne, die Unikate waren, etwas Besonderes und herausstachen. Die meiste Zeit fühlt sich eine solche Sonderstellung nach einem Fehler an, nach einem Desaster, nach dem Ende der Welt und statt sich als etwas Außergewöhnliches zu betrachten und betrachtet zu werden, ist man die/der Außenseiter_in. Als ob das nicht schon katastrophal genug ist, es wird ganz besonders herausfordernd, wenn man als eine eher unterdurchschnittlich gebaute Trollin in einem Dorf voller vor Kraft strotzenden Krieger lebt.
Sven Klinge erzählt die Geschichte der Trollin Mokbara, die sich so sehr wünscht, Kriegerin zu sein und dazuzugehören, dass sie übersieht, was ihre eigentliche Bestimmung ist. Eine stimmungsvolle und spannende Troll-Coming-of-Age-Kurzgeschichte.
Ein bei seinen Leuten wenig beliebter Zwerg macht sich auf die Reise zu einem weit entfernten Markt, um dort sein Glück zu suchen und seine Dienste als Klarinettenbauer anzubieten. Obwohl er als Handwerker einen guten Ruf genießt, laufen seine Geschäfte schon lange schlecht und während sich in seinem Leben nicht viel Erbauliches ereignet, kreisen seine Gedanken immer öfter um die Aufgabe seines kleinen Geschäfts. Als er auf seiner Reise unfreiwillig in den Genuss der „Gastfreundschaft“ eines sehr gefräßigen, aber auch mit anderen Talenten ausgestatteten Trolls kommt, ändert sich sein nun vermeintlich bald endendes Leben schlagartig.
Eine anrührende Geschichte zweier außergewöhnlicher Exemplare ihrer Spezies, die die verbindende Wirkung der Musik erleben.
Bist du ein guter Mensch?
von Pia Marecki
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In der Abgeschiedenheit der schottischen Highlands findet im Rahmen einer polizeilichen Untersuchung die Ausgrabung menschlicher Skelette statt. Doch was die Archäologin Foxetta (Foxy) Muldrin da zutage fördert, sind nicht nur Knochen vergrabener Menschen. Während sie im benachbarten Dorf die Ermittlungsarbeit Daniela Scullivans unterstützt, treten nach und nach Dinge an die Oberfläche, die sich nicht so einfach mit dem, was die beiden Frauen bisher gelernt haben, in Einklang bringen.
Eine für mich etwas holprig geschriebene Kurzgeschichte, in der die Autorin zwischen moderner und etwas betagter Sprache hin und herwechselt, während sich die Geschichte der persönlichen Beziehung beider Hauptcharaktere mit dem Mysterium des Dorfes nur schwer verbinden.
Ein letzter Fall
von Chris Balz
[Image source: genAI, Midjourney]
Auch die Zeit, in der ein Troll für eine Brücke zuständig ist, ist vertraglich geregelt und begrenzt. So verbringt auch Onn iks letzten Diensttag an seinem Arbeitsplatz, als er Ychu, die Eishexe, aus einer sehr misslichen Lage befreit. Der Grund, weswegen Ychu auf Onns Brücke war und von vier Vapes (ehemalige Dschinns) angegriffen wurde, war der, iks um Hilfe zu bitten. Und da Onn einer von den Trollen ist, der, wenn iks einmal etwas begonnen hat, iks es auch zuende führt. Und das Abenteuer nimmt seinen Lauf.
Eine schön erzählte Quest zweier supranaturaler Wesen, die trotz ihrer Unterschiede, füreinander da sind.
Ein gar lecker Leckerbissen
von Maximilian Wust
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Jetzt ist es endlich klar, von wem diese ganzen unschönen Kommentare auf den social media-Plattformen stammen … der noch bei Myko-Muttchen lebende und sich von Tiefkühlkost ernährende Zwischennetz-Troll-Sohn.
Die mutmaßlich unter Pilzkonsum-Einfluss geschriebene Neufassung von Hänsel und Gretel (ohne dem Autor hier etwas unterstellen zu wollen) ersetzt die böse Hexe durch einen „freundliche, pausbäckige Trollina“ und fügt dem Grimmschen Ur-Text noch ein Troll-Prequel und ein zusätzliches Troll-Sequel an. Die von etwas bildungsferne Eltern stammenden Geschwister schlagen sich durch den Verbotenen Wald und müssen sich so mancher Troll-Gefahr stellen. Da das Ende bei den Gebrüdern bekanntlich eher etwas dröge ist, entschied sich Maximilian Wust für ein gänzlich anderes, bei dem ein roter Brückentroll eine entscheidende Rolle spielt.
Skurril-witziges Grimm-Remake.
Trolle füttern verboten
von Lorenzo Maxwell
[Image source: genAI, Midjourney]
Es ist kein Geheimnis, dass die vermeintlich nach Monster aussehenden Wesen, nicht immer, vielleicht sogar eher selten, die wahren Monster sind. So große Vorteile das Internet uns gebracht hat, so ausufernd hat es auch die dunklen Seiten in den Menschen geweckt oder verstärkt. Gerade die besonders Schutzbedürftigen werden nur allzu oft den wahren Monstern hinter ihren Bildschirmen zum Fraß vorgeworfen. Doch beizeiten sind die vermeintlichen Opfer gar nicht so wehrlos, zumal sie für ihren eigenen Nachwuchs zu sorgen haben und durchaus plausible Gründe für ihr Tun haben.
Eine Täter-Opfer-Umkehr der anderen Art, die auch in der Kurzgeschichte von Lorenzo Maxwell, Trolle überaus sympathisch wirken lassen.
Es gibt Phasen im Leben, in denen man nicht allein, aber dennoch ungebunden sein möchte. Phasen, in denen man weiß, dass man so wie bisher nicht weitermachen kann, aber auch so überhaupt keine Ahnung hat, wohin die Reise gehen soll.
Das von Hedwig Ponten in ihrer Kurzgeschichte vorgeschlagene Rezept ist, ich einfach mal auf ein Troll-Speed-Dating einzulassen. Wer weiß schon, welches Wesen aus alten Geschichten ein unerwartetes Match ist.
Die Invasion
von Franziska Dittert
[Image source: genAI, Midjourney]
Die Welt ist in den letzten Jahren immer verrückter geworden. Menschen werden zu Trollen, Menschen erzeugen Troll-Alter-Egos, Menschen vergessen menschlich zu sein. Da verwundert es nicht, dass eines schönen Tages ein ebensolcher Mensch die materialisierten Versionen seiner digitalen Geschöpfe in seiner eigenen verwaisten Wohnung vorfindet.
Ein charmantes Gedankenexperiment, wie die Welt aussähe, würde das Virtuelle unsere Gedankenwelt verlassen und unsere physikalische Welt besiedeln.
Das Gefühl, von einem Menschen, den man liebt(e), betrogen und verlassen worden zu sein, ist eigentlich nicht nur ein einziges Gefühl. Vor allem ist es nichts, das schnell wieder vorbeigehen würde. Es ist ein langwieriger, äußerst schmerzhafter und selbstzerstörerischer Gefühlsprozess, der sich wie eine extrem destruktive Variante eines nie enden wollenden ‚Und täglich grüßt das Murmeltier‘-Alptraums anfühlt. Zumindest kann es bei manchen so sein. Sowohl in Eigenbetrachtung als auch von außen beobachtet, könnte man fast meinen, dass das Gefühls-Chaos und so manches irrationale Verhalten von einer ziemlich fiesen Instanz hervorgerufen und orchestriert wird, da der betroffene Mensch so überhaupt gar nicht mehr sie/er selbst ist.
Laszlo Hartmann ist mit ihrer Kurzgeschichte über Selbstliebe und Selbsthass der Sache auf den Grund gegangen und hat winzig kleine Wesen ausgemacht, die für das alles, was die zutiefst verletzte Greta sich und anderen antut, verantwortlich sind: Kummer- und Selbstzerstörungstrolle. Doch, dass nicht alle, in mal mehr mal weniger großen Körperbeulen der/des betroffenen Menschen hausenden, Zwergtrolle gleich sind und die Übernahme des eigenen Körpers durch diese fiesen Wesen, für den Menschen selbst nicht völlig ausweglos ist, beweist der namenlose Trolljunge. Denn er spürt tief in sich, dass es überhaupt nicht seiner Natur entspricht, das vernichtende Werk seines Clans willenlos auszuführen. Von Selbstzweifeln und seinesgleichen gequält, aber fest entschlossen, begibt er sich auf die gefährliche Quest nach der Liebe.
Eine so manches erklärende, rasante und emotionale Achterbahnfahrt der Liebe, des Hasses (sich selbst und anderen gegenüber) und eine absolut plausible Geschichte, über die Ursachen extrem chaotischer Gefühle.
Aus den Schatten
von Drew Leylan
[Image source: genAI, Flux.2]
Eine Geschichte zu erzählen, sich die Charakter, den Plot und die ganze, mal mehr mal weniger fiktionale Welt auszudenken, kann unglaublich erfüllend, aber auch anstrengend sein. Beizeiten hilft es, Elemente der Geschichte zu verbildlichen und sie zu zeichnen, was die erdachte Geschichte immer realer werden lässt. Je mehr man sich mit den Illustrationen beschäftigt und sich darin vertieft, umso mehr Details fallen einem ein und nach und nach setzt sich eine immer vollständiger werdende Welt zusammen. Wenn sich die/der Geschichtenerzähler_in in der realen Welt nicht zu Hause fühlt oder gar von ihr abgelehnt wird, kann es schon mal vorkommen, dass man im wahrsten Sinne des Wortes in die selbst erdachte Geschichte hineingezogen wird.
Genau das widerfährt der an Xeroderma pigmentosum leidenden Raven. Dazu verdammt, die Sonne und damit das normale Leben der anderen zu meiden, wird sie eines Tages in die von ihr selbst kreierte Welt SarenÀel gezogen und lebt von einem Moment auf den anderen unter ebenfalls das Licht meidenden Trollen. Eine charmant erzählte Geschichte, in der Eskapismus wörtlich genommen wird und man unweigerlich erfahren möchte, welche weiteren Abenteuer Raven und der Troll Braan noch erleben.
Gegen die Aggressivität und Rücksichtslosigkeit der schnelllebigen und gierigen Menschen haben die urtümlichen Kräfte der Natur lediglich ihre auf lange Zeiträume ausgerichtete Prozesse entgegenzusetzen. Umso trauriger ist es, wenn Wesen vom Antlitz unserer Erde für immer verschwinden, weil ihnen nicht ausreichend Zeit bleibt, um die menschengemachten Schäden wieder auszugleichen. So werden wohl auch die letzten Trolle in ihren letzten Rückzugsgebieten vergehen und in Vergessenheit geraten. Der Mensch wird ziemlich sicher erst viel zu spät bemerken, welche Rolle diese alten Wesen für das Gleichgewicht der Natur gespielt haben.
Eine traurig stimmende Kurzgeschichte von Alina M. Lewe über menschliche Ignoranz und trollische Güte.
Das Wachstum der Städte und die anwachsende Bevölkerung zerstört die Harmonie zwischen Brückentrollen und Menschen empfindlich. Was sich einst in ein natürlichem Gleichgewicht fügte, überlastet mehr und mehr sowohl die Brücken als auch ihre Beschützer. Da die Menschen im Laufe der Jahre vergaßen, wem sie den sicheren Flussübergang zu verdanken haben, ist es nun an den Trollen, sie mehr oder minder subtil daran zu erinnern.
Merke: Achte stets darauf, dass einem Brückentroll nichts in seine Suppe rieselt.
Die Aufgaben eines Brückentrolls scheinen klar umrissen zu sein. Er lebt in seinem Haus oder seiner Höhle direkt unter der Brücke, hält sie instand und sorgt für die Sicherheit der Stadt oder des Dorfes hinter der Brücke.
Yule Forrest erinnert uns in ihrer märchenhäften Weihnachts-Kurzgeschichte daran, was die wenigsten noch wissen. Nämlich, dass sich Brückentrolle auch um das Wohlergehen derjenigen, die seine Brücke benutzen, besorgt ist. Vielleicht bemerkst auch du, nachdem du das nächste Mal deinen Brückenzoll an einen Troll entrichtet hast, dass dir kurze Zeit später auf wundersame Weise etwas Gutes widerfährt. Dann spätestens weißt du, dass dich der Brückentroll auserwählt hat, ein klein wenig an seiner Magie teilzuhaben.
Es gibt Phasen im Leben, in denen man durch einen plötzlichen Vorfall oder einen lang anhaltenden Zustand die Flucht ergreift, einfach nur weg muss. Raus aus dem gewohnten Umfeld, weg von den Menschen, die einen täglich umgeben. Es ist kein Aufbruch hin zu einem Ziel, es ist vielmehr ein Abbruch, ohne zu wissen, wie es weitergeht. Für das Umfeld mag es überraschend kommen und nicht nachvollziehbar sein. Einem nahestehende Menschen mögen darüber irritiert, verwirrt oder sogar verärgert sein, doch das ändert nichts daran, dass man dringend und unmittelbar Abstand benötigt.
Tomke in der Kurzgeschichte von Ivy Knight ist in einer solchen Situation und gelangt auf seiner Flucht ohne Plan völlig erschöpft in ein Moor voller Nichts. Ohne zu wissen, wie, bricht er am Ende seiner Kräfte durch die Oberfläche der Moorlandschaft in einen Hohlraum. Als er wieder zu sich kommt, bemerkt er, dass er nicht allein ist. In der moosbewachsenen Unterwelt des Moores sind leise wispernde Kinder … und ein unfassbar riesiger Troll.
Ivy Knight erzählt von einem Protagonisten, der sich an einem Lebenstiefpunkt befindet und sich nach kopfloser Flucht in einem geschützten, aber anfangs auch sehr beängstigenden Raum, wiederfindet. Als er erkennt, dass ihm keine Gefahr droht und die sich mit ihm in der Moorhöhle befindenden Wesen in einem ähnlichen Zustand sind wie er, wird der Ort mehr und mehr zu seinem Refugium. Als er wieder ausreichend Kraft und Mut hat sammeln können, stellt er sich sogar dem bedrohlich wirkenden Moortroll. Mit dieser Entscheidung leitet er ein neues Kapitel ein, worin er Schritt für Schritt wieder die Kontrolle über sein Leben zurückerlangt. Manchmal braucht es nur die Gemeinschaft anderer Verletzter, um sich seiner eigenen Vergangenheit stellen zu können.
Eine einfühlsame und mutmachende Kurzgeschichte, in der der Troll weit mehr ist, als ein vor Kraft und Alter strotzendes Wesen aus längst vergessenen Sagen.