Der Papst als gutes Beispiel für die Wissenschaftskommunikation

Tobias Maier schildert in seinem Blog-Posting ‚Was der Papst kann können wir schon lange. Wissenschaftskommunikation in den Sozialen Medien‘, wie die Wissenschaftskommunikation vom Papst lernen kann.

Das mag zwar abwegig erscheinen, da die Katholische Kirche außerhalb der Theologie eher weniger wissenschaftsaffin zu sein scheint (Ausnahmen bestätigen allerdings auch hier die Regel), dennoch steckt hinter diesem Vergleich mehr als man auf den ersten Blick erwarten würde.

Für den Einblick in den Workshop ‚Bedeutung, Chancen und Risiken der sozialen Medien für die Wissenschaftskommunikation‘ der Akademien (Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften, acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und Union der deutschen Akademien der Wissenschaften) gebührt @weitergen mein Dank.

In der Tat deckt sich diese Einschätzung mit meinen eigenen Erfahrungen, sowohl auf die “sozialen” Medien in der Wissenschaftskommunikation wie auch auf die altehrwürdigen Wissenschaftsorganisationen als solche bezogen.
Gerade die Nennung der ebenfalls als nicht besonders “flexibel” einzustufenden Katholischen Kirche ist als Vergleich mit den großen und trägen “Tankern” der Wissenschaft hervorragend dazu geeignet, die Möglichkeiten, die sich einem hier bieten können, aufzuzeigen.

Wenn sich schon der @pontifex dazu “herablässt”, seine “social community” per “social media” zu erreichen, fällt es womöglich den Vertretern anderer traditionellen Instanzen (die im Grunde als wissenschaftliche Vertreter Vorreiter vor den religiösen Vertretern sein sollten) einfacher, auch einmal über den eigenen Schatten zu springen.

Dennoch muss man es wohl vorläufig hinnehmen, dass es auf institutioneller Ebene etwas gemächlicher zugeht als bei einzelnen sendungsbewussten Wissenschaftlern und wissenschaftlich Interessierten – wenngleich sogar die DFG (@dfg_public) schon das Zwitschern entdeckt hat. Es ist überdies als ein mutiges Unterfangen einzustufen, dass sich die Akademien diesem Thema kritisch in einem Workshop widmen … Tagungen wären der nächste Schritt. Und die Tatsache, dass hierbei eher Skepsis der Motor zu sein scheint und nicht ein innovativer Geist, ist durchaus als Naturkonstante zu betrachten.

Kein kommunikativer und sendungsbewusster Wissenschaftler sollte sich aber davon entmutigen lassen. Vielmehr ist beständiges “Hämmern” von unten die Devise. Sollten sich die Vorteile (Chancen) gegenüber den Nachteilen (Risiken) durchsetzen und die Nutzer die Verweigerer mit purer Pragmatik überzeugen können, wird sich die kommunikative Evolution auf natürliche Weise ihren Weg durch die Wissenschaften bahnen. Da bin ich eher Optimist.

Ergänzend zu der von Tobias Maier aufgeführten Liste, würde ich gerne noch de.hypotheses.org bzw. hypotheses.org als hervorragende Plattform für Wissenschaftskommunikation nennen.

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