Toni Garber: Codename Herzstoß
von noosphaere · Veröffentlicht · Aktualisiert
Codename Herzstoß von Toni Garber (Umschlaggestaltung: chaela)
Ein katastrophales Unglück: Ramstein, 28. August 1988.
Ein Ereignis, dass damals alle erschütterte, nicht zuletzt, weil 70 Menschen nach diesem Zusammenstoß dreier Flugzeuge sterben mussten.
Doch was wäre, wenn der tragische Unfall während der Flugshow der italienischen Kunstflugstaffel gar kein Unfall war? Was, wenn viel mehr dahintersteckte?
Toni Garber lässt den nicht mehr so jungen Kommissar Max Schneider an der Seite seiner Mutter Theresa von jetzt auf nachher in die Spionagewelt des Kalten Krieges eintauchen. Während Schneider bei der Suche nach einer Frau namens Davaa aus Theresas Vergangenheit, die mutmaßlich als tot galt, hilft, ermittelt er im Umfeld des Ramstein-Unfalls, denn die angeblich Tote ist auf einem Video unmittelbar nach dem Absturz in Ramstein zu sehen.
Schnell muss Max erkennen, dass er an seinen Ermittlungen behindert wird und auch seine eigene Mutter nicht wirklich kennt und schon gar nichts davon wusste, was sie all die Jahre beruflich gemacht hat. Was er dabei unfreiwillig erfährt, überrascht und erschreckt ihn von einem Vorfall zum nächsten mehr.
Toni Garber startet in seinem Thriller vom ersten Kapitel an mit hohem Tempo, dass er bis zum Schluss durchhält bzw. es immer mal wieder ordentlich anzieht. Er verquickt dabei historische Ereignisse von vor dem Fall der Mauer, einem wichtigen Dominostein des Zerfalls der DDR und auch des Endes des schon lange währenden Kalten Krieges. Realität und Fiktion werden hier zu einer rasanten Spionagegeschichte verwoben, die sich zu einer ungewöhnlichen Sohn-Mutter-Road-Story entwickelt. Zahlreiche Wiedererkennungseffekte all jene_r, die die damaligen Ereignisse miterlebt haben, wechseln sich mit unerwarteten und manchmal auch etwas überraschend fiktionalen „Vorfällen“ an real existierenden Orten mit (sehr) real existierenden Personen ab.
Ein spannender, unterhaltsamer und immer wieder überraschender Thriller, der die Lesenden darüber nachdenken lässt, was dereinst in einer Zeit des Misstrauens und globaler Bedrohung öffentlich bekannt wurde und was sich womöglich tatsächlich dahinter verborgen hat.



















