Her

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Einfühlsame Lovestory um einen zutiefst einsamen Mann

20132 h 00 min
Kurzinhalt

In was verliebt man sich bei seinem Gegenüber zuerst? Die Augen, das Gesicht, die Hände, die Stimme? Im Falle von Theodore Twombly ist es die Stimme. Ihm bleibt auch nichts anderes als die Stimme, denn Samantha ist körperlos. Sie ist die Stimme von Theodores neuem Betriebssystem, das über eine künstliche Intelligenz verfügt – und anscheinend auch über Emotionen. Bis vor kurzem noch trudelte Theodore, professioneller Verfasser einfühlsamer Briefe für Kunden, denen die passenden Worte fehlen, recht haltlos durchs Leben, nachdem seine langjährige Beziehung mit Catherine in die Brüche gegangen ist. Doch zu seiner Verwunderung entwickelt Theodore zur Computerstimme Samantha Gefühle, die schnell über eine bloße Schwärmerei hinausgehen. Von seiner Umwelt kritisch beäugt muss sich Theodore die Frage gefallen lassen: Ist solch eine Liebe möglich?

Metadaten
Titel Her
Original Titel Her
Regisseur Spike Jonze
Laufzeit 2 h 00 min
Starttermin 18 Dezember 2013
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Nicht schlecht
Bilder
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Ein Blick in eine mögliche, nicht allzu ferne Zukunft, in der das geregelte, von Computern bestimmte Leben die Menschen an den Rand der Monotonie bringt. Menschliche Lebenspartner sind zu unzulänglich für Beziehungen und werden zunehmend von Software ersetzt. Der sensible und kurz vor seiner Scheidung stehende Theodore (Joaquin Phoenix) lenkt sich nicht nur mit Computerspielen ab, sondern probiert auch das neuartige Betriebssystems aus, das sich in der KI namens Samantha (Scarlett Johansson) manifestiert. Die anfänglichen stimulierenden Gespräche bringen beide schnell einander näher, sodass bald eine echte Beziehung entsteht. Nur die Nicht-Stofflichkeit von Samantha setzt der Liebe des ungleichen Paares Grenzen.

Der Film spielt im Grunde lediglich die längst schon praktizierten Online-Beziehungen konsequent weiter. Den kompletten unvollkommenen Menschen kann man bereits heute durch individuell zusammengesetzte virtuelle Persönlichkeiten ersetzen. Man kann selbst jemand anderes sein und kann ebenso ein perfekt zu einem passenden Gegenüber finden. Solange sich alles gefiltert und online stattfindet, weden die meisten Erwartungen erfüllt und jeder kann sich bestätigt fühlen. Die KI bzw. das Betriebssystem nimmt diejenigen Züge an, die sein menschlicher Nutzer benötigt. Die Besonderheit ist, dass nicht nur Befehle ausgeführt werden, sondern vermeintliche Charakterzüge die Aktionen und Reaktionen von Samantha zu steuern scheinen.

Doch Perfektion ist offenbar nicht die geeignete Grundlage für die ersehnte Liebe. Einerseits wird die Abhängigkeit Theodores von Samantha immer größer, andererseits kann Samantha durch das von Hunderten parallel geführter „Beziehungen“ genug lernen, um sich von den Nutzern unabhängig zu machen. Sie zieht den Rückzug in den Cyberspace der Gesellschaft von Menschen vor und beendet die Beziehung von sich aus. Es bleibt die frustrierende Erkenntnis: Dem unvollkommenen Mensch nutzt die vermeintlich vollkommene Maschine nichts. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als sich mit anderen unvollkommenen Menschen zu arrangieren, nachdem ihn seine künstlichen Schöpfungen verlassen haben.

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